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Liebe Gemeinde,
endlich finde ich mal wieder eine ruhige Minute, um zu schreiben, wie es mir
und den Menschen hier im Hochland von Guatemala ergangen ist. Seit meinem
letzten Bericht ist sehr viel Zeit vergangen und ich habe viel erlebt. Ich
bin weiter als Englisch und Musiklehrer eingesetzt. Außerdem unterstütze ich seit
diesem Jahr den Gemeinschaftskundelehrer in seinem Unterricht. Dank der
Unterstützung der Gemeinde konnte ich für die Lehrer hier Schulbücher kaufen
(siehe Bild),
da entweder gar keine vorhanden waren, oder das Material sehr veraltet ist.
Außerdem habe ich für jeweils zwei bis drei Schüler Englischbücher besorgt,
da es sich schwer lernt, wenn die Schüler die meiste Zeit des Unterrichts damit
verbringen, Wörter oder ähnliches von der Tafel abzuschreiben. Ich hoffe, dass
so das Unterrichtsniveau etwas gestiegen ist und möglichst viele Menschen von
den Büchern profitieren, da diese jedes Jahr weitergegeben werden.
Außerdem unterrichte ich seit diesem Jahr eine taubstumme Schülerin. Ich habe
begonnen, dieser und ihrer Lehrerin, sowie den Mitschülern eine Gebärdensprache
beizubringen, damit sich das Mädchen zumindest etwas verständigen kann. Da
die Eltern jedoch wie die meisten Menschen hier Analphabeten sind und es für
nicht wichtig halten, dass ihre Tochter etwas lernt, ist es mir nicht möglich
gewesen, das Mädchen an eine spezielle Schule in der nächsten größeren Stadt
zu bringen. Ich hoffe aber, dass die Lehrerin weiter mit dem Kind arbeitet und
sie so große Fortschritte machen kann. Weiter habe ich mit der Unterstützung
aus Höfingen ein Müllprojekt in Gang gebracht. Hier in Guatemala ist es so,
dass die Menschen große Probleme mit dem Müll haben, da eine Müllabfuhr natürlich
nicht existiert und Müll bekanntlich sehr teuer ist.
So schmeißen die Leute ihren
Abfall entweder den Berg hinunter oder verbrennen ihn, was immer noch die bessere
Möglichkeit ist. So habe ich für die Schulen Mülleimer gekauft und wir haben ein
Projekt gestartet, bei welchem der Müll getrennt wird (siehe Bild rechts)
und über die Folgen der
Umweltverschmutzung aufgeklärt wird. Außerdem haben wir ein Grundstück eingezäunt
und begonnen, den organischen Abfall dort zu vergraben (siehe Bild links unten),
dass wenn der Regen kommt,
dieser bereits Dünger ist und man dort Mais oder ähnliches pflanzen kann. Dosen
oder Flaschen können jetzt weiterverkauft werden und mit dem Geld Papier für die
Schüler oder kleine Reparationen bezahlt werden. Leider endet mein Aufenthalt
hier in Guatemala schon bald, doch ich bin mir sicher, dass die Menschen hier
während meiner Zeit das ein oder andere mitgenommen haben.
Ich bin glücklich,
dass es mich an diesen Ort der Welt verschlagen hat, denn in Deutschland können
wir uns als nicht vorstellen, was für Probleme Menschen haben können, da wir mit
den Nichtigkeiten unseres Alltages beschäftigt sind. Vermutlich braucht das Volk
von Guatemala noch sehr lange, um eigenständig ohne Hilfe aus dem Ausland dastehen
zu können, doch ich bin zuversichtlich, dass dies eines Tages geschehen wird.
Wenn Rassismus, Armut und Kinderarbeit überwunden sind, werden wir in Deutschland
auch sehen, was die Maya für ein bemerkenswertes Volk sind. Hiermit möchte ich
jeden und jede dazu animieren, auch einen Freiwilligendienst für andere Menschen
in einem ärmeren Land zu leisten, denn nur so können wir unsere Sichtweise über
den eigenen Tellerrand erweitern. Wenn man einmal eine solche Arbeit geleistet hat,
dann kann man erst richtig wertschätzen, was wir in Deutschland unser alltägliches
Brot nennen. In diesem Sinne, schaut euch bitte um, haltet die Augen offen, für
eine solche Arbeit ist es nie zu Spät noch gibt es nicht genügend Bedarf.
Ich hoffe, ihr habt Alle einen guten Start ins neue Jahr gehabt und wünsche euch
hiermit noch alles Gute für die nächste Zeit!
Herzliche Grüße
Patrick Sachsenmaier
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