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Katholische Kirchengemeinde St. Michael, 71229 Höfingen, Birkenweg 6, Telefon (07152) 22078
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Projekt in Guatemala
 
Einsatz unser Gemeindemitglieds Patrick Sachsenmeier für ein Projekt der Aktion "arme Welt" in Guatemala,
von Juli 2010 bis Februar 2011
 
(Vergrößerte Bilder bei clicken auf die Bilder)
 
  • Bericht August 2011
  • Liebe Gemeinde,

    jetzt ist es fast ein Jahr her, dass ich nach Guatemala aufgebrochen bin, um den Menschen dort zu helfen. Im Rückblick kann ich sagen, dass ich um einige Erfahrungen reicher geworden bin und viele Dinge wieder zu schätzen weiß, die ich zuvor vernachlässigt habe. So freute ich mich, wieder warm duschen zu können, ein Zimmer zu haben, durch das es nicht ständig zieht und viele weitere kleine Dinge des Alltags. Dank der Unterstützung der Gemeinde konnte ich mehrere Projekte in Gang bringen und soll Allen herzliche Grüße von vielen dankbaren Menschen ausrichten. Die Schulbücher, dich ich an Lehrer verteilt habe, scheinen den Unterricht zu vereinfachen und neue Anregungen zum Unterricht zu sein. Die Lehrer können sich selbst weiterbilden und so neuen Stoff erarbeiten und weitergeben, da sie selbst oftmals keine höhere Schulausbildung haben. Auch das Müllprojekt ist auf fruchtbarem Boden aufgegangen. Die Schüler und Lehrer haben verstanden, dass Müll Krankheiten verursacht und wie man ihn richtig trennt. Auf einem Grundstück neben der Schule wurde der organische Müll vergraben und bereits Mais gepflanzt. Wenn dieser Ende des Jahres geerntet wird, dann können mit dem Ertrag hoffentlich einige kleine Verbesserungen am Schulgebäude vorgenommen werden. Das Projekt ist so erfolgreich, dass bereits der Bürgermeister des Dorfes angefragt hat, wie man dieses auf den ganzen Ort ausweiten könne. Ich denke, dass es auch in Zukunft weitergehen wird und die Hilfe aus Deutschland nicht vergessen wird.
    Da ich wieder zurück in Deutschland bin und meine Erfahrungen nicht für mich behalten möchte, werde ich am Donnerstag, den 15. September um 19.30 Uhr über die Geschichte der Maya Guatemalas und meine persönlichen Erfahrungen im Gemeindehaus berichten. Es sind alle herzlich dazu eingeladen, sich mit mir auf eine Reise nach Mittelamerika aufzumachen und für einen Abend in eine fremde Kultur einzutauchen. Ich würde mich über ihr Erscheinen sehr freuen!

    Herzliche Grüße,
    Patrick Sachsenmaier

     
  • Bericht Februar 2011
  • Liebe Gemeinde,

    endlich finde ich mal wieder eine ruhige Minute, um zu schreiben, wie es mir und den Menschen hier im Hochland von Guatemala ergangen ist. Seit meinem letzten Bericht ist sehr viel Zeit vergangen und ich habe viel erlebt. Ich Bild bin weiter als Englisch und Musiklehrer eingesetzt. Außerdem unterstütze ich seit diesem Jahr den Gemeinschaftskundelehrer in seinem Unterricht. Dank der Unterstützung der Gemeinde konnte ich für die Lehrer hier Schulbücher kaufen (siehe Bild), da entweder gar keine vorhanden waren, oder das Material sehr veraltet ist. Außerdem habe ich für jeweils zwei bis drei Schüler Englischbücher besorgt, da es sich schwer lernt, wenn die Schüler die meiste Zeit des Unterrichts damit verbringen, Wörter oder ähnliches von der Tafel abzuschreiben. Ich hoffe, dass so das Unterrichtsniveau etwas gestiegen ist und möglichst viele Menschen von den Büchern profitieren, da diese jedes Jahr weitergegeben werden.

    Außerdem unterrichte ich seit diesem Jahr eine taubstumme Schülerin. Ich habe begonnen, dieser und ihrer Lehrerin, sowie den Mitschülern eine Gebärdensprache beizubringen, damit sich das Mädchen zumindest etwas verständigen kann. Da die Eltern jedoch wie die meisten Menschen hier Analphabeten sind und es für nicht wichtig halten, dass ihre Tochter etwas lernt, ist es mir nicht möglich gewesen, das Mädchen an eine spezielle Schule in der nächsten größeren Stadt zu bringen. Ich hoffe aber, dass die Lehrerin weiter mit dem Kind arbeitet und sie so große Fortschritte machen kann. Weiter habe ich mit der Unterstützung aus Höfingen ein Müllprojekt in Gang gebracht. Hier in Guatemala ist es so, dass die Menschen große Probleme mit dem Müll haben, da eine Müllabfuhr natürlich nicht existiert und Müll bekanntlich sehr teuer ist. Bild So schmeißen die Leute ihren Abfall entweder den Berg hinunter oder verbrennen ihn, was immer noch die bessere Möglichkeit ist. So habe ich für die Schulen Mülleimer gekauft und wir haben ein Projekt gestartet, bei welchem der Müll getrennt wird (siehe Bild rechts) und über die Folgen der Umweltverschmutzung aufgeklärt wird. Außerdem haben wir ein Grundstück eingezäunt und begonnen, den organischen Abfall dort zu vergraben (siehe Bild links unten), dass wenn der Regen kommt, dieser bereits Dünger ist und man dort Mais oder ähnliches pflanzen kann. Dosen oder Flaschen können jetzt weiterverkauft werden und mit dem Geld Papier für die Schüler oder kleine Reparationen bezahlt werden. Leider endet mein Aufenthalt hier in Guatemala schon bald, doch ich bin mir sicher, dass die Menschen hier während meiner Zeit das ein oder andere mitgenommen haben. Bild Ich bin glücklich, dass es mich an diesen Ort der Welt verschlagen hat, denn in Deutschland können wir uns als nicht vorstellen, was für Probleme Menschen haben können, da wir mit den Nichtigkeiten unseres Alltages beschäftigt sind. Vermutlich braucht das Volk von Guatemala noch sehr lange, um eigenständig ohne Hilfe aus dem Ausland dastehen zu können, doch ich bin zuversichtlich, dass dies eines Tages geschehen wird. Wenn Rassismus, Armut und Kinderarbeit überwunden sind, werden wir in Deutschland auch sehen, was die Maya für ein bemerkenswertes Volk sind. Hiermit möchte ich jeden und jede dazu animieren, auch einen Freiwilligendienst für andere Menschen in einem ärmeren Land zu leisten, denn nur so können wir unsere Sichtweise über den eigenen Tellerrand erweitern. Wenn man einmal eine solche Arbeit geleistet hat, dann kann man erst richtig wertschätzen, was wir in Deutschland unser alltägliches Brot nennen. In diesem Sinne, schaut euch bitte um, haltet die Augen offen, für eine solche Arbeit ist es nie zu Spät noch gibt es nicht genügend Bedarf.

    Ich hoffe, ihr habt Alle einen guten Start ins neue Jahr gehabt und wünsche euch hiermit noch alles Gute für die nächste Zeit!

    Herzliche Grüße
    Patrick Sachsenmaier

     
  • Bericht Oktober 2010
  • Liebe Gemeinde,

    ich bin jetzt seit ca. 2 Monaten in dem Hochland von Guatemala und habe bereits einiges erlebt. Ich bin als Mathematik und Musiklehrer in 3 verschiedenen Schulen tätig und habe 14 Klassen die ich unterrichte. Das schließt sämtliche Altersklassen von 5-19 Jahren ein, dementsprechend muss man unterschiedlich vorbereitet sein. Lassen Sie mich ein bisschen die Zustände hier beschreiben. Hier im Hochland wo ich arbeite lebt das Mayavolk der Mum. Im Gegensatz zu der Hauptstadt sind hier Alle sehr arm und die Infrastruktur ist noch nicht wirklich gut ausgebaut. Bild Die Analphabetenrate beträgt 70%, wobei mittlerweile die Mehrheit der Kinder zur Schule geht. Die Schulen sind recht schlecht ausgestattet und es fehlt an Allem wie zum Beispiel an Tischen und Stühlen. So teilen sich in manchen Klassen zwei Schüler einen Tisch, auf dem kaum Platz für beide ist. Dass es keine Bücher gibt ist einen traurige Tatsache und so müssen die Lehrer alles an die Tafel schreiben und die Schüler verbringen viel Zeit mit dem Kopieren anstatt zu Lernen. Die Klassengröße betragt hier oftmals um die 40 Schüler, da der Klassenteiler bei 50 liegt was das Lernen weiter erschwert. Leider sind einige der Lehrer nicht in der Lage sich durchzusetzen, da sie selbst keine Ausbildung hatten und folglich mangelt es in diesen Klassen an Disziplin. Trotzdem sind alle sehr froh, dass sie zur Schule gehen können und nicht auf dem Feld mit ihren Eltern arbeiten müssen. Sie hoffen auf eine bessere Zukunft wenn sie ein bisschen mehr Bildung haben. Das offizielle Schuljahr ist mittlerweile vorbei, doch ich werde weiterhin an den Schulen unterrichten. Es haben sich bereits 200 Schüler und einige Lehrer für meine Kurse eingeschrieben. Es ist schön, wenn man weiß, dass man helfen kann und vor allem auch die Unterstützung aus der Heimat genießt. In diesem Sinne wünsche ich Allen eine gute Zeit und vielen Dank für Alles.

    Herzliche Grüße aus Guatemala

    Patrick Sachsenmaier