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Dialogprozess in St. Johannes, Ergebnisse der Fragebogenaktion

Als Bild für die Umfrage haben wir die Rosette der Johanneskirche abgebildet. Die Einheit des Kreises besteht aus Teilen, die wiederum das Ganze zusammensetzen. So ist es auch in unserer Gemeinde. Die Vielfalt der Meinungen setzt sich zu einem Ganzen zusammen. Wir danken allen, die bei der Umfrage mitgemacht haben.

Die Fragebogenaktion des Dekanates zum Dialogprozess ist in unserer Gemeinde abgeschlossen. Die gesammelten Fragebögen werden jetzt nach Böblingen zur Auswertung geschickt. Uns hat zusätzlich interessiert, wie die Meinungen in unserer Gemeinde
St. Johannes sind, und haben deshalb eine Leonberger Auswertung durchgeführt. Abgegeben wurden 115 Fragebögen.
Sie stammen vorwiegend von Besuchern der Gottesdienste. Dafür ist die Anzahl der Rückmeldungen gut, bezogen auf alle Mitglieder der Kirchengemeinde St. Johannes (etwa 8300) sind das aber nur 1,4%. Es ist uns also nicht gelungen, über den Kreis der Gottesdienstbesucher hinaus Gemeindemitglieder für die Aktion zu interessieren. Von der Möglichkeit, den Fragebogen über die Homepage der Gemeinde zu erhalten, haben nur wenige Gebrauch gemacht.

Die Auswertung ist nicht exakt, da die Fragestellungen oft nicht eindeutig zu beantworten waren. Auch waren einige Fragen sehr suggestiv gestellt, Dennoch sind klare Trends zu identifizieren. Das gesamte Zahlenmaterial finden Sie im Schaukasten.
Es ist auch im Pfarrbüro erhältlich. In diesem Artikel können nur wenige Ergebnisse explizit dargestellt werden.

Die Älteren (über 70 Jahre alt) sind in der Umfrage gut repräsentiert, sie liegen bei 45%. Das entspricht wohl ihrem Anteil bei den Kirchenbesuchern. Bei der Beantwortung der meisten Fragen gibt keine großen Unterschiede zwischen Älteren und Jüngeren.
Die Verteilung nach Geschlecht war etwa 40% Männer zu 60% Frauen.

Im Abschnitt „Im Dialogprozess ist mir wichtig“ erscheint es unwichtig, „auf Rom zu hören“ (7%), dagegen ist sehr vielen wichtig, dass der Bischof auf die Anliegen aus der Gemeinde hört (72%). Dabei geht es um den partnerschaftlichen Umgang mündiger Christen mit der Kirchenleitung. Der biblische Bezug erscheint wichtig, wichtiger aber ist der Gegenwartsbezug und das Anpacken der „heißen Eisen“. Vor allem werden die „Reformschritte der Kirche jetzt“ gefordert (71%).

Bei den nächsten Rubriken war es unklar, was die Bewertungen 0,1,2 aussagen sollten. Dennoch gibt es auch hier Trends. Es kann nur eine Auswahl dargestellt werden.

Bei der „Erneuerung kirchlicher Strukturen“ wünschen sich viele mehr Beteiligungsrechte bei der Wahl des Bischofs (48%), noch wichtiger ist die Mitwirkung der Gemeinde bei der Wahl des Pfarrers (70%). Für „keine Zölibatsverpflichtung“ votieren 77%, ebenso viele für die Zulassung von „viri probati“ zum Priesteramt. 57% wünschen sich explizit die Zulassung von Frauen zum Priesteramt, noch mehr verlangen die stärkere Wertschätzung und gleichberechtigten Zugang von Frauen (71%).

Sehr hoch in der Gewichtung liegt die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion (77%).
Bei den Gottesdienstformen zeigt sich, dass neben der Eucharistiefeier andere Gottesdienstformen erwünscht sind.
Die Wort-Gottes-Feier erfreut sich einer guten Wertschätzung, ebenso die „Laienpredigt“ auch in der Eucharistiefeier.

Die Ökumene wird geschätzt. 76% wünschen sich die Anerkennung der evangelischen Seite als Kirche, 71% wollen die gegenseitige Zulassung zu Kommunion / Abendmahl.

Die Weiterentwicklung der Sexualmoral wird von etwa 70% gefordert, ein „Gespräch zur Homosexualität“ wünschen sich 54%.

Die Trends zeigen eindeutig die Vorstellungen und Wünsche der Gemeinde quer durch alle Altersgruppen. Handeln wir danach. Wenn nicht jetzt, wann dann? Wenn nicht wir, wer sonst?

Wolfgang Waldinger

Zum Dialogprozess ist mir wichtig Anzahl in Prozent
auf Rom hören 8 7
Bischof soll Anliegen aus Gemeinden hören 83 72
partnerschaftlicher Umgang mündiger Christen-Kirchenleitung 71 62
geistliche Tiefe 27 23
biblische Grundlage 43 37
Gegenwartsbezug 54 47
alle Themen 27 23
nur vorgegebene Themen 7 6
besonders die heißen Eisen 50 43
Diskussionsabende in der Gemeinde/ Seelsorgeeinheit 33 29
Dialogforen im Dekanat Böblingen 35 30
Ziel: ergebnisoffen 33 29
Ziel: Reformschritte der Kirche jetzt 82 71



Gewichtung von Anliegen:O= unwichtig, 1= wichtig, 2= sehr wichtig




Erneuerung kirchlicher Strukturen- mehr Beteiligungsrechte Anzahl in Prozent
synodal-demokratischeres Verfahren bei der Wahl des Bischofs:

unwichtig 20 17
wichtig 39 34
sehr wichtig 16 14



Mitwirkung der Gemeinde bei der Wahl des Pfarrers:

unwichtig 6 5
wichtig 33 29
sehr wichtig 47 41



In jeder Gemeinde eine kooperative Gemeindeleitung aus Haupt und Ehrenamtlichen:

unwichtig 2 2
wichtig 44 38
sehr wichtig 35 30



Öffnung der Zugangswege zum priesterlichen Dienstamt ( keine Zölibatsverpflichtung):

unwichtig 2 2
wichtig 17 15
sehr wichtig 71 62



Zulassung von" in Ehe und Beruf bewährten Männern ( viri probati) zum Priesteramt:

unwichtig 2 2
wichtig 22 19
sehr wichtig 66 57



Zulassung von Frauen zum Priesteramt:

unwichtig 21 18
wichtig 28 24
sehr wichtig 38 33



stärkere Wertschätzung und gleichberechtigten Zugang der Frauen zu allen Ämtern:

unwichtig 4 3
wichtig 25 22
sehr wichtig 57 50



Stimmrecht für pastorale Ansprechpersonen im Kirchengemeinderat:

unwichtig 19 17
wichtig 38 33
sehr wichtig 22 19



Weiterentwicklung der Pastoral und des Kirchenrechts - Weite wagen:

Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen, die sich um ein Leben nachdem Evangelium Jesu bemühen und in der Gemeinde mit leben,zur Kommunion:

unwichtig 4 3
wichtig 11 10
sehr wichtig 77 67



größerer pastoraler Spielraum für den Umgang mit Menschen in Gewissensnöten:

unwichtig 2 2
wichtig 29 25
sehr wichtig 50 43



mehr Personal für Glaubensweitergabe und Jugenarbeit:

unwichtig 1 1
wichtig 34 30
sehr wichtig 49 43



Weiterentwicklung der Gottesdienstformen größere Vielfalt schätzen:

Nur die Eucharistiefeier ist gültige Gottedienst am Sonntag:

unwichtig 36 31
wichtig 19 17
sehr wichtig 16 14



Vielfalt der Gottesdienstformen wiedergewinnen:

unwichtig 10 9
wichtig 33 29
sehr wichtig 31 27



neue Ausdrucksformen in die Gestaltung von Gottesdiensten einbeziehen:




unwichtig 11 10
wichtig 38 33
sehr wichtig 26 23



Wertschätzung der Wort-Gottes-Feier

unwichtig 17 15
wichtig 43 37
sehr wichtig 16 14



Zulassung von (beauftragten) Laien zur Predigt, auch in der Eucharistiefeier:

unwichtig 6 5
wichtig 36 31
sehr wichtig 44 38



kulturelle Vielfalt der Menschen in die Gottesdienste einbringen:

unwichtig 12 10
wichtig 50 43
sehr wichtig 26 23






Weiterentwicklung der Ökumene - "wir sind Geschwister im Glauben":




Stärkung des katholischen Profils im ökumenischen Dialog:

unwichtig 25 22
wichtig 31 27
sehr wichtig 23 20



Anerkennung der evangelischen Seite als Kirche:

unwichtig 2 2
wichtig 32 28
sehr wichtig 53 46



gegenseitige Zulassung zur Kommunion/ Abendmahl:

unwichtig 3 3
wichtig 10 9
sehr wichtig 72 63



stärkeres Bemühen um gemeinsame Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Fragen:

unwichtig 3 3
wichtig 39 34
sehr wichtig 44 38



mehr Zusammenarbeit mit den evangelischen Kirchengemeinden:

unwichtig 2 2
wichtig 43 37
sehr wichtig 43 37



Weiterentwicklung der Sexualmoral- Wertschätzung der Personen:




statt Verboten Ermutigung zu verantwortlicher Gestaltung der Sexualität:

unwichtig 1 1
wichtig 33 29
sehr wichtig 49 43



glaubwürdiges Vorleben von Partnerschaften in Ehe und Familie:

unwichtig 2 2
wichtig 25 22
sehr wichtig 54 47



Gespräch zur Homosexualität:

unwichtig 12 10
wichtig 43 37
sehr wichtig 19 17






Alter / Geschlecht